Mein Blog – Kunst, die von innen kommt
In meinem Blog schreibe ich über das, was hinter meinen Bildern steckt: Warum ich Gesichter male, welche psychologischen Gedanken mich dabei begleiten – und wie ich als Künstlerin meinen eigenen Weg finde, zwischen Sichtbarkeit und Integrität.
Hier findest du Einblicke in meine Arbeit, meine Haltung und meine Geschichte – offen, ehrlich und persönlich.
Teil 1
Warum ich Gesichter male – und was ich darin suche
Ich weiß noch genau, wann mich ein Gesicht zum ersten Mal so sehr fesselte, dass ich es einfach malen musste.
Nicht, weil ich es „schön“ fand. Sondern weil es mich etwas fragte. Weil da etwas unausgesprochen war – zwischen den Augen, hinter dem Mund, im Ausdruck, den ich nicht greifen konnte.
Seitdem lässt mich das Thema nicht mehr los: Gesichter. Persönlichkeiten. Blickrichtungen. Und das, was Menschen zeigen – oder eben nicht zeigen.Ein Gesicht ist kein Abbild. Es ist ein Zustand.
Für mich sind Gesichter keine Porträts im klassischen Sinn. Ich male keine Ähnlichkeit. Ich suche etwas Tieferes:
Einen inneren Ausdruck. Einen Moment zwischen Emotion und Selbstschutz.
Jedes Gesicht, das ich male, beginnt mit einem Gefühl.
Ein Schweigen. Ein Widerstand. Ein Zweifel. Eine Erinnerung.
Und mit der Frage:
Wie viel zeigt ein Mensch wirklich?
Die Psychologie dahinter: Warum wir in Gesichtern lesen
Meine Faszination für Gesichter ist nicht nur künstlerisch – sie ist auch psychologisch.
Ich habe mich lange mit der Frage beschäftigt, was uns eigentlich berührt, wenn wir ein Gesicht ansehen.
Ist es der Blick? Die Verletzlichkeit?
Oder die Geschichten, die wir hineinlesen?
Ein Gesicht kann schreien – ohne Worte.
Es kann sich verschließen – mit einem starren Mund.
Oder Hoffnung ausstrahlen – mit einem leichten Zucken im Blick.
Was ich male, ist nicht unbedingt ein „schönes“ Gesicht.
Sondern ein menschliches.
Jeder fängt mal klein an - so wie wir. Aus einer gemeinsamen Vision haben wir zusammen Schritt für Schritt etwas Großes gemacht. Darauf sind wir stolz.
Farbe als Sprache – Form als Gefühl
Ich arbeite mit Mixed Media. Nicht, weil ich es technisch spannend finde – sondern weil ich viele Ebenen brauche, um ehrlich zu sein.
+ Schichten aus Farbe, die das Sichtbare und das Unsichtbare trennen.
+ Linien, die nicht klar definieren, sondern andeuten.
+ Flächen, die brechen – wie manchmal auch wir selbst.
Jedes Fragment steht für etwas:
Ein geplatzter Schutzmechanismus. Eine Erinnerung. Eine Emotion, die keinen Namen hat.
Besonders spannend finde ich die Verbindung von Farbe und innerem Zustand.
Ein kaltes Blau kann Rückzug bedeuten – oder Ruhe.
Ein wildes Rot kann Leidenschaft sein – oder Angst.
Ich male mit Gefühl – nicht mit Plan.
Beispiel: „Ich bin...“
Eines meiner Werke heißt „Ich bin...“.
Ein Porträt, ein Gesicht schaut uns direkt an – ruhig, fragend, fast durchdringend.
Der Ausdruck ist offen und stark zugleich. Farben und Textfragmente im Hintergrund lassen Assoziationen zu Identität, Gedanken und Vielschichtigkeit entstehen.
„Ich bin …“ bleibt bewusst offen – ein Statement und eine Einladung zur Reflexion: Wer bin ich – hinter Rollen, Erwartungen und Mustern.
Der Blick? Stolz – und gleichzeitig voller Zweifel.
Genau das liebe ich:
Wenn ein Gesicht beides zeigt. Stärke und Unsicherheit.
Wille und Schutz. Präsenz und Rückzug.
Wenn du dieses Bild betrachtest – was siehst du?
Im Portfolio kannst Du "Ich bin" ansehen.
Was ich suche – und was du vielleicht findest
Ich glaube: Wir alle zeigen nur einen Teil von uns.
Der Rest bleibt in der Tiefe – in Gedanken, Gefühlen, Schutzmechanismen.
Und manchmal ist es die Kunst, die diesen Teil sichtbar macht.
Nicht mit Worten – sondern mit Farbe, Struktur, Form.
Vielleicht erkennst du dich in einem meiner Gesichter.
Vielleicht entdeckst du etwas Neues.
Ich lade dich ein:
+ Schau dich in meiner Galerie um.
+ Schreib mir, was du siehst.
+ Oder frag nach einem Bild, das deine Geschichte erzählt.
Denn Gesichter sind nicht das Ende. Sie sind der Anfang.
Teil 2
Was ein Porträt heute bedeuten kann -
warum Gesichter mehr erzählen als nur Äußerlichkeiten
Früher waren Porträts ein Zeichen von Status, Macht oder Erinnerung - meist gemalt für eine ausgewählte Elite. Heute leben wir in einer Zeit, zu der jedes Handy in der Tasche ein
"Porträtwerkzeug" ist. Doch was bleibt vom klassischen Porträt in der Kunst? Und was kann es heute - vielleicht sogar mehr denn je?
Für mich ist das Porträt kein bloßes Abbild. Es ist ein Ausdruck innerer Wahrheiten, ein Gespräch ohne Worte. Ein Blick auf das, was unter der Oberfläche schimmert.
1. Das klassische Porträt - und warum es mehr war als nur ein Gesicht
Schon in der Renaissance zeigten Porträts nicht nur Äußerlichkeiten, sondern auch Ideale, Machtverhältnisse, Wünsche. Wer sich porträtieren ließ, zeigte: Ich bin wer. Doch oft waren diese Bilder kontrolliert, inszeniert - eher wie eine Bühne.
Heute hat sich vieles verändert - und gleichzeitig bleibt das Bedürfnis, gesehen zu werden, zutiefst menschlich.
2. Das Porträt im Jetzt - Spiegel, Fragment, Gefühl
In einer Welt der Selfies und Oberflächen-Kultur verliert das Gesicht manchmal an Tiefe. Umso wichtiger finde ich, dem Menschen im Bild wieder Raum zu geben:
Nicht das perfekte Bild interessiert mich, sondern das Echte, das Rohe, das Zerbrechliche oder Kraftvolle.
Manche meiner Porträts zeigen geschlossene Augen - nicht als Zeichen von Abwesenheit, sondern von Innenleben. Andere tragen Farben, die mit der Realität wenig zu tun haben - weil Gefühle eben selten hautfarben sind.
3. Ein Porträt als Begegnung
Wenn ich male, begegnet mir nicht nur ein Gesicht - sondern ein Mensch mit Geschichte. Manchmal kenne ich diese Geschichte, Manchmal erfinde ich sie intuitiv während des
Malens.
Aber immer entsteht ein Dialog zwischen mir und dem Bild.
Und später, wenn jemand das Bild ansieht, vielleicht ein weiterer: zwischen Bild und Betrachtenden.
4. Warum Porträts heute wichtiger denn je sind
In einer Welt voller Filter, KI-generierter Gesichter und perfekter Masken braucht es Räume für das Unperfekte, für das Individuelle. Ein gemaltes Porträt ist ein Innehalten. Ein Statement: "Ich sehe dich." Oder: "Ich sehe
mich."
Für Sammler*innen bedeutet es oft mehr als
Dekoration - es wird zu einem Gegenüber im Raum, zu einem Stück Identität, Erinnerung oder einfach einem Resonanzkörper für Gefühle.
Was sehen wir, wenn wir ein Gesicht anschauen
- und was sehen wir, wenn wir es wirklich sehen?
Vielleicht ist genau das die Kraft eines Porträts
heute:
Dass es uns berührt, obwohl (oder gerade weil) es nicht perfekt ist. Dass es Fragen stellt. Dass
es uns ein Stück von uns selbst zeigt.
Teil 3
Ehrlich bleiben – über Kunst, Kompromisse und den eigenen Weg
Nicht jede Gelegenheit ist eine echte Chance.
Und nicht jede Bühne bedeutet Sichtbarkeit.
In meinem Alltag als Künstlerin erlebe ich viele schöne Momente: Resonanz auf meine Bilder, ehrliches Interesse, tiefe Gespräche über Farbe, Form und Gefühl. Aber es gibt auch die andere Seite: Anfragen, die auf den ersten Blick nach Anerkennung klingen – und sich dann als bezahlte Angebote entpuppen.
„Wir möchten Sie in unser Magazin aufnehmen.“
„Ihre Kunst passt perfekt in unsere internationale Ausstellung.“
„Sie wurden ausgewählt …“
Wenn man weiterliest, kommt dann meist:
„... für nur X Euro sind Sie dabei.“
Natürlich weiß ich: Sichtbarkeit kostet manchmal etwas. Und auch Galerien, Magazine oder Plattformen müssen wirtschaftlich arbeiten.
Aber ich finde: Es braucht Ehrlichkeit und Transparenz. Und einen inneren Kompass, was sich richtig anfühlt – und was nicht.
Mein inneres Ja ist mein Maßstab
Ich habe gelernt, Nein zu sagen.
Zu Anfragen, die sich nach einer Einladung anhören, aber eigentlich nur Marketingpakete sind.
Zu Formaten, die nicht zu mir oder meiner Kunst passen.
Zu Druck, ständig Neues zu liefern, obwohl ein Bild in mir noch nicht ganz da ist.
Denn: Ich male keine Deko.
Ich male Ausdruck. Geschichten. Emotionen.
Meine Bilder – besonders die Gesichter – entstehen aus einer tiefen Verbindung nach innen.
Und wenn ich ihnen nicht treu bleibe, verliere ich genau das, was sie für andere so besonders macht:
Echtheit.
Kunst ist für mich kein Wettbewerb
Ich glaube nicht daran, dass man als Künstlerin möglichst viele Auszeichnungen, Zertifikate oder Ausstellungsorte sammeln muss, um „gültig“ zu sein.
Ich glaube an Qualität, Tiefe und Resonanz.
Und daran, dass echte Verbindung nicht durch Geld entsteht – sondern durch Berührung.
Sich selbst treu bleiben ist die größte Kunst
Wenn ich heute ein Bild veröffentliche, dann weiß ich: Es steht für etwas.
Für einen Moment, eine Erinnerung, ein Gefühl, das in mir entstanden ist – und vielleicht auch im Gegenüber etwas in Bewegung bringt.
Diese Art zu arbeiten braucht Mut. Geduld. Und auch Vertrauen:
Dass der richtige Mensch zum richtigen Zeitpunkt mein Bild sieht – und sich darin wiedererkennt.
Und genau das ist mein Maßstab geworden:
Nicht, wo ein Bild hängt.
Sondern was es auslöst.
Hast du als Künstlerin oder Künstler auch schon erlebt, dass du dich zwischen Sichtbarkeit und Selbsttreue entscheiden musstest?
Ich freue mich über Gedanken, Feedback oder ehrliche Gespräche – gern per Mail oder auf Instagram.
Denn: Auch das ist Kunst – sich zu zeigen, ohne sich zu verbiegen.
Teil 4
Warum ich nicht für den Algorithmus male
(… und warum das nicht heißt, dass ich unsichtbar bleibe)
Wenn ich male, denke ich nicht an Likes.
Ich denke nicht an Trends, Reichweiten oder Zielgruppenalgorithmen.
Ich denke an das Gesicht vor mir. Oder das, das noch im Innern entstehen will.
Natürlich bin ich online präsent. Ich zeige meine Kunst. Ich erzähle von meiner Arbeit.
Aber die Entscheidung, was ich male, bleibt offline. Innen. Bei mir.
In den letzten Jahren ist viel passiert in der Kunstwelt.
Junge Künstler:innen „optimieren“ ihre Werke für Instagram-Feeds.
Hashtags bestimmen Stile. Galerien schauen zuerst auf Followerzahlen.
Und während ich all das beobachte, frage ich mich manchmal:
Bin ich zu langsam für diesen Markt?
Oder einfach genau richtig?
Ich glaube, dass Kunst nicht gefallen muss.
Kunst darf auch irritieren. Still sein. Oder intensiv.
Sie darf berühren, bevor sie bewertet wird.
Und ich glaube, dass Menschen genau das suchen:
Etwas Echtes. Nicht nur etwas Sichtbares.
Ich male Gesichter, weil ich sie nicht kalkulieren kann. Ich wähle Farben, weil sie mir etwas sagen – nicht, weil sie „im Trend“ sind.
Ob der Algorithmus das versteht, weiß ich nicht.
Aber ich weiß, dass meine Bilder ihre eigenen Wege finden.
Still. Langsam. Aber mit Tiefe.
Hast du ähnliche Gedanken?
Vielleicht bist du auch kreativ – malend, schreibend, gestalterisch.
Wie gehst du mit der Online-Welt um?
Ich freue mich, wenn du mir schreibst – oder einfach bleibst.